5. November 2025 | Lesezeit 7 Minuten
Die Plus-Minus-Operation an der Brust ist ein spezialisiertes Verfahren der ästhetischen und rekonstruktiven Brustchirurgie. Sie kombiniert Straffung, Formkorrektur und Volumenanpassung in einem Operationsschritt. Der Begriff „Plus-Minus“ beschreibt dabei sehr anschaulich den Kern der Technik: Überschüssiges Gewebe und Haut werden entfernt (Minus), fehlendes Volumen wird ergänzt (Plus) – meist durch ein Implantat, in ausgewählten Fällen durch Eigenfett.
Für viele Patientinnen ist die Plus-Minus-OP eine sinnvolle Alternative zu getrennten Eingriffen, weil sich Form, Größe und Brustposition gleichzeitig optimieren lassen.
Das Wichtigste in Kürze:
Was ist die Plus-Minus-OP genau?
Medizinisch handelt es sich bei der Plus-Minus-Operation häufig um eine Kombination aus Bruststraffung (Mastopexie) und Brustvergrößerung mit Implantat oder Brustverkleinerung. In der Fachsprache wird – je nach Technik – auch von Augmentationsmastopexie gesprochen.
Das Grundprinzip:
- Minus: Entfernung von erschlaffter Haut und überschüssigem Drüsen- bzw. Fettgewebe, Anheben der Brust und ggf. Verlagerung der Brustwarze nach oben.
- Plus: Aufbau oder Neuverteilung von Volumen – durch Silikonimplantate oder Eigenfett (Lipofilling), teilweise auch durch eine modellierende Neuformung des vorhandenen Gewebes.
Ziel ist eine Brustform, die zur Körperproportion und zum persönlichen Wunschbild der Patientin passt – unabhängig davon, ob eine Vergrößerung, Verkleinerung oder vor allem Straffung im Vordergrund steht.
Für wen eignet sich die Plus-Minus-Operation?
Die Plus-Minus-OP ist keine Standardlösung für jede Brust-OP, sondern wird gezielt eingesetzt, wenn mehrere Korrekturen in einem Schritt sinnvoll gebündelt werden sollen.
Nach Schwangerschaft und Stillzeit
Viele Frauen berichten nach Schwangerschaften oder Stillphasen über einen deutlichen Volumenverlust der Brust bei gleichzeitig erschlaffter Haut. Die Brust wirkt leer und hängt – trotz eher kleiner oder normaler Körbchengröße.
In diesen Fällen lässt sich mit der Plus-Minus-Technik:
- überschüssige Haut entfernen und die Brust anheben,
- Volumen z. B. durch Implantate ergänzen,
- die Form harmonisieren und die Brustwarze neu positionieren.
Nach starkem Gewichtsverlust
Nach einer deutlichen Gewichtsreduktion bleibt häufig ein Hautüberschuss zurück. Gerade bei vormals großer Brust ist das Gewebe dann minderfest und ausgeprägt abgesunken. Eine reine Vergrößerung würde hier das Problem meist verstärken.
Die Plus-Minus-OP ermöglicht:
- Reduktion von überschüssigem Gewebe,
- Anhebung und Straffung,
- gleichzeitige Neuformung und ggf. moderaten Volumenaufbau.
Bei großen, schweren und hängenden Brüsten
Bei sehr großen Brüsten steht oft die Entlastung von Rücken, Nacken und Schultern im Vordergrund. Gleichzeitig besteht fast immer der Wunsch nach einer strafferen, kompakteren Brustform.
Im Rahmen einer Plus-Minus-OP können:
- Volumen und Gewicht gezielt reduziert werden,
- die Brust angehoben und geformt werden,
- die Brustwarzenposition korrigiert werden.
Bei asymmetrischen Brüsten
Deutliche Unterschiede in Größe, Form oder Brustwarzenhöhe lassen sich mit einer Plus-Minus-Operation häufig besonders präzise ausgleichen. Hier können:
- auf einer Seite Volumen reduziert, auf der anderen ergänzt werden,
- unterschiedliche Schnittführungen kombiniert werden,
- die Symmetrie von Größe und Form verbessert werden.

Vorteile der Plus-Minus-OP
Eine kombinierte Operation bietet mehrere Vorteile gegenüber zwei separaten Eingriffen:
- Nur eine Narkose: Der Eingriff erfolgt in einem Operationsdurchgang, die Belastung durch Vollnarkose reduziert sich auf einen Termin.
- Gemeinsame Heilungsphase: Schwellungen, Schmerzen und die berufliche Ausfallzeit fallen nur einmal an.
- Ganzheitliche Formkorrektur: Chirurginnen und Chirurgen können Brustvolumen, Straffung und Position der Brustwarzen in einem Schritt aufeinander abstimmen.
- Bessere Planbarkeit des Ergebnisses: Durch die gleichzeitige Straffung und Volumenanpassung lässt sich die Zielgröße und Zielhöhe der Brust oft exakter planen.
Je nach Spezialisierung der Operateurin oder des Operateurs kommen moderne Techniken zum Einsatz, die den Einsatz von Drainagen vermeiden und mit selbstauflösenden Fäden auskommen. Dadurch gestaltet sich die frühe Heilungsphase häufig angenehmer.
Ablauf der Plus-Minus-Operation
Die genaue OP-Technik wird immer individuell geplant. Grundsätzlich folgt die Plus-Minus-OP jedoch einem typischen Schema.
1. Beratung, Untersuchung und Planung
Im ersten Schritt erfolgen eine ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchung sowie die gemeinsame Besprechung der Wünsche. Dabei geht es u. a. um:
- bisherige Operationen oder Erkrankungen,
- gewünschte Körbchengröße bzw. Zielform,
- Hautqualität und Gewebefestigkeit,
- Symmetrie und Position der Brustwarzen,
- Frage nach einem Implantat oder Eigenfett.
Auf dieser Basis entsteht ein individuelles Operationskonzept, inklusive Schnittführung und Implantatwahl (falls geplant).
2. Anästhesie
Die Plus-Minus-OP wird in der Regel in Vollnarkose durchgeführt. Während des gesamten Eingriffs überwacht ein Anästhesieteam die Vitalfunktionen der Patientin.
3. Schnittführung
Die Form und Länge der Schnitte hängen von Ausgangsbefund und Zielergebnis ab. Gängige Varianten sind:
- Periareolärer Schnitt: rund um den Brustwarzenhof, geeignet bei kleineren Straffungen.
- Vertikaler Schnitt („I-Schnitt“): vom Brustwarzenhof senkrecht zur Unterbrustfalte.
- T-förmiger oder Ankerschnitt: zusätzlich ein Schnitt in der Unterbrustfalte, meist bei größeren Reduktionen oder deutlicher Hauterschlaffung.
4. Minus – Straffung oder Verkleinerung
Zunächst wird überschüssige Haut entfernt, das Brustgewebe neu geformt und – je nach Befund – teilweise reduziert. Die Brust wird angehoben, und die Brustwarze erhält bei Bedarf eine höhere, natürlich wirkende Position.
5. Plus – Volumenaufbau
Anschließend folgt der Volumenaufbau. Dafür stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
- Implantate: Silikonimplantate in anatomischer oder runder Form, hinter oder vor dem Brustmuskel platziert – angepasst an Körperbau und Wunschbild.
- Eigenfett: In ausgewählten Fällen kann Eigenfett (Lipofilling) als natürliche Volumenquelle dienen. Dafür wird Fettgewebe an anderen Körperstellen entnommen, aufbereitet und in die Brust injiziert.
In manchen Situationen genügt bereits die Neuverteilung und Modellierung des vorhandenen Brustgewebes, sodass kein zusätzliches Material erforderlich ist.
6. Wundverschluss
Zum Abschluss werden die Schnitte sorgfältig verschlossen. Viele moderne Techniken nutzen vorwiegend selbstauflösende Fäden, sodass kein Fadenzug nötig ist. Ob Drainagen gelegt werden, hängt von OP-Technik und persönlicher Arbeitsweise ab.

Heilungsverlauf nach der Plus-Minus-OP
Der Heilungsverlauf ähnelt dem anderer Brustoperationen, ist jedoch durch den kombinierten Charakter des Eingriffs besonders gut planbar.
Typischer Ablauf (Richtwerte, stets abhängig vom individuellen Verlauf):
- Direkt nach der OP: Die Brust ist geschwollen und kann sich gespannt anfühlen. Ein Verband oder Stütz-BH stabilisiert das Gewebe.
- Erste Tage: Schonung, Oberkörper leicht erhöht lagern, ruckartige Bewegungen und schweres Heben vermeiden. Schmerzen lassen sich in der Regel mit gängigen Schmerzmitteln gut kontrollieren.
- Stütz-BH und ggf. Stuttgarter Gürtel: Ein spezieller Stütz-BH sollte meist über mehrere Wochen getragen werden. In manchen Fällen wird zusätzlich ein Brustgurt („Stuttgarter Gürtel“) verwendet, um die Implantatposition zu sichern.
- Gesellschaftsfähigkeit: Viele Patientinnen können nach wenigen Tagen wieder leichte Alltagsaktivitäten aufnehmen, sollten aber weiterhin vorsichtig sein.
- Sport und körperliche Belastung: Leichte Aktivitäten sind häufig nach einigen Wochen möglich, intensiver Sport und Belastung der Brust sollten nur nach Freigabe durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt erfolgen.
Narben sind anfangs deutlich sichtbar, verblassen jedoch im Verlauf von Monaten. Konsequenter Narbenschutz mit Sonnenschutz und ggf. Silikonpräparaten unterstützt ein möglichst unauffälliges Narbenbild.
Risiken und mögliche Komplikationen
Auch bei sorgfältiger Planung bleibt die Plus-Minus-Operation ein chirurgischer Eingriff mit allgemeinen und spezifischen Risiken. Dazu gehören unter anderem:
- Nachblutungen und Hämatome,
- Wundheilungsstörungen oder Infektionen,
- vorübergehende oder bleibende Sensibilitätsveränderungen im Bereich der Brustwarzen oder Haut,
- Narben, die breiter oder auffälliger ausfallen können,
- Kapselfibrose bei Implantaten,
- Asymmetrien oder Formunregelmäßigkeiten.
Eine ausführliche Beratung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie ist entscheidend, um individuelle Risiken, Vorerkrankungen und realistische Ziele zu besprechen.
Kosten einer Plus-Minus-OP
Die Kosten für eine Plus-Minus-Operation an der Brust lassen sich nicht pauschal angeben. Sie hängen unter anderem ab von:
- Art und Umfang des Eingriffs (Straffung, Vergrößerung, Verkleinerung),
- OP-Dauer und Narkoseaufwand,
- Wahl und Art der Implantate (falls eingesetzt),
- stationärem Aufenthalt,
- notwendiger Nachsorge.
In der Regel handelt es sich um eine Selbstzahlerleistung, da medizinische Notwendigkeit aus Sicht der gesetzlichen Krankenversicherung häufig nicht besteht. Eine detaillierte Kostentransparenz erhalten Patientinnen im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs und nach der klinischen Untersuchung.

Häufige Fragen zur Plus-Minus-Operation (FAQ)
Kann die Plus-Minus-OP das Ergebnis einer reinen Bruststraffung verbessern?
In vielen Fällen ja. Wenn deutliches Hautüberschuss besteht und gleichzeitig Volumen fehlt, kann eine reine Straffung zu einer eher festen, aber weiterhin flachen Brust führen. Durch die Kombination mit einem Implantat oder Eigenfett erhält die Brust wieder Fülle, während die Straffung für eine höhere, kompaktere Form sorgt.
Eignet sich die Plus-Minus-OP auch für sehr große Brüste?
Die Technik lässt sich auch bei einer Brustverkleinerung einsetzen. Dabei wird zu schweres Gewebe entfernt und die Brust neu geformt. Ob zusätzlich Volumen ergänzt werden sollte oder vor allem eine Reduktion sinnvoll ist, entscheidet sich individuell im Beratungsgespräch.
Wie lange hält das Ergebnis?
Brustgewebe unterliegt – wie alle Körperstrukturen – dem natürlichen Alterungsprozess. Schwerkraft, Hautqualität und Gewichtsschwankungen spielen eine Rolle. Eine sorgfältig geplante Plus-Minus-OP kann jedoch eine langfristig stabile Form erreichen. Implantate können über viele Jahre im Körper verbleiben; regelmäßige ärztliche Kontrollen sind dennoch empfehlenswert.
Wann bin ich nach einer Plus-Minus-OP wieder arbeitsfähig?
Die Arbeitsfähigkeit hängt von der Art der Tätigkeit ab. Bei überwiegend sitzender Tätigkeit kehren viele Patientinnen nach ein bis zwei Wochen zurück. Körperlich anstrengende Berufe erfordern meist eine längere Schonzeit. Die konkrete Empfehlung erfolgt immer individuell.
Kann eine Plus-Minus-OP später noch einmal korrigiert oder angepasst werden?
Ja, Korrekturoperationen sind grundsätzlich möglich. Beispiele sind der Wechsel von Implantaten, die Anpassung der Form oder die Nachkorrektur von Asymmetrien. Jede zusätzliche OP sollte jedoch sorgfältig abgewogen und mit einer erfahrenen Fachärztin oder einem erfahrenen Facharzt geplant werden.
Expertenhinweis: Plus-Minus-OP bei Dr. med. Christos Koliussis in Düsseldorf
Wer eine spezialisierte Beratung zur Plus-Minus-Operation wünscht, profitiert von der Erfahrung ausgewiesener Brustchirurgen. Ein Experte auf diesem Gebiet ist Dr. med. Christos Koliussis, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Inhaber der Privatpraxis XK Aesthetics® in Düsseldorf. In seiner Praxis steht der individuelle „X-Faktor“ im Vordergrund: eine Kombination aus hoher fachlicher Kompetenz, moderner Operationstechnik und einer wertschätzenden, persönlichen Betreuung. Dr. Koliussis bietet die Plus-Minus-OP seit vielen Jahren an und setzt dabei auf schonende Vorgehensweisen, unter anderem mit selbstauflösenden Fäden und, je nach Situation, ohne den routinemäßigen Einsatz von Drainagen. Weitere Informationen zur Praxis und zu den Behandlungsschwerpunkten finden Sie auf der Website von XK Aesthetics®: